Am 1. Mai um 8 Uhr trafen sich bei feinstem Wetter etwa 15 Interessierte aus NWM (sowie die Sprecherin des KV Lübeck) im Bereich des Grünen Bandes in Herrnburg, um den Stimmen unserer Vögel auf die Spur zu kommen. Geduldig und fachkundig angeleitet wurden wir von Stefan Venz aus Berlin, der zunächst deutlich machte, dass wir den Tierchen nur lauschen können, wenn wir selbst mal unseren „Schnabel halten“ – keine ganz leichte Übung!
Los ging‘s auf dem Trampelpfad am Waldrand, wo wir sofort ganz andere Töne wahrnahmen: das Blöken von Schafen und ihren kleinen Lämmern. Und wo Schafe sind, bleiben auch die Rabenkrähen nicht weit. Sie machten richtig Lärm, sodass wir das Weite suchen mussten, um endlich die kleineren Vögeln hören zu können.

Jetzt wurde es spannend: Augen schließen, lauschen, uih, was für ein Stimmengewirr! Es tönt aus allen Richtungen! Wie kann ich da einen einzelnen Vogel identifizieren? Stefan (Ornitholgen untereinander duzen sich) half uns auf unnachahmliche Weise, indem er die Stimme, z. B. des Goldhähnchens, in lautmalerische Sprache übersetzte und dies mit Gesten unterstützte – einfach wundervoll! So versuchten wir uns auf den Wiesen und später im Wald immer auf eine bestimmte Vogelstimme aus dem Gewirr der vielen zu konzentrieren. Stefan übersetzte und klärte über den jeweiligen Sänger auf. Nach und nach erschlossen sich uns so zahlreiche unterschiedliche Vögel: Grün- und Buchfink, Heidelerche, Fitis, Mönchsgrasmücke, Zaunkönig, Zilpzalp, diverse Meisen, Wintergoldhähnchen, Baumläufer, Rotkehlchen, Gartenrotschwanz, Bussard und eine Grauammer, die wir mit dem Fernglas sogar auf der Spitze einer Kiefer erspähen konnten. Zu etlichen der kleinen Sänger bekamen wir interessante Details zur Stimme, zum Verhalten oder zur Gefährdung.



Nach gut zwei Stunden gab‘s viel Applaus für Stefan und alle waren sich einig: Diese Wanderung war das frühe Aufstehen am Feiertag wirklich wert! Entsprechend gut füllte sich ein herumgereichter Hut. Stefan bot an, so eine Vogelstimmen-Wanderung in einem anderen Gebiet zu wiederholen.
Es war übrigens keine grünen-exklusive Veranstaltung – beinahe die Hälfte der Teilnehmer:innen waren wohl der Ankündigung in einer kostenlosen Zeitung gefolgt.